Das erste Studienjahr ist der Erforschung der physischen Elemente der Schauspielkunst gewidmet: durch die Beobachtung und Identifikation mit den Dynamiken der Natur mit Hilfe der Neutralen Maske, die "Neu-Kreation" der Welt, anhand des Maskenspiels und des Material- und Objekttheaters, sowie die Bewegungsanalyse. Diese Arbeit ermöglicht dem Schauspielschüler/ der Schauspielschülerin eine Verbindung zwischen Leben und Kunst zu schaffen und das enge Korsett naturalistischer Darstellungsformen zu überwinden.
DIE PHYSISCHE VORBEREITUNG:
Bewegungsanalyse / die Ökonomie der Bewegung und ihre Entwicklung im Raum / die großen Bewegungen / das szenische Gleichgewicht / Körper- und Bewegungsstimmarbeit / Bühnenakrobatik.
BEDEUTUNG UND ANWENDUNG DER ZEIT, DES RHYTHMUS UND DES RAUMES
VON DER GESTE ZUR BEWEGUNG, ZUM TEXT / VOM TEXT ZUR BEWEGUNG, ZUR GESTE
DAS THEATRALE SPIEL: Vom Spiel zur Improvisation zum szenischen Skript zur Kreation.
DIE NEUTRALITÄT UND DIE PRÄSENZ:
Beobachtung und Imitation des Alltags.
DIE ZONE DER STILLE UND DIE NEUTRALE MASKE:
Die Mime-Dynamik: Erforschung der Natur und ihr theatraler Transfer (Elemente, Materie, Tiere).
DIE POESIE DES AUGENBLICKS:
Das Theater mit Material und Objekten.
DIE ANNÄHERUNG AN DIE DRAMATISCHEN TERRITORIEN:
Basler Masken, Masken aus Recycling-Material, Entwurf und Bau einer Theatermaske (im 1. oder 2. Stj.).
DER TRAGISCHE RAUM: Die antike Tragödie und die großen Bewegungen / Der Held, der griechische Chor und die kollektiven Choreografien.
DIE PHYSISCHE ARBEIT AN DER CHARAKTERE & GEGENCHARAKTERE – VOM REALISMUS ZUR STILISIERUNG: Situationen, Verhalten, Leidenschaft.
DIE SPRACHE DER GESTE: Das Melodrama, das Melomime und die grossen Gefühle.
Das komische Meló / Von der "weißen" Pantomime zum Stummfilm.
Im zweiten Studienjahr werden die Thematiken durch die Analyse der theatralen Dynamiken, die das komische, das tragische, das groteske, das phantastische Phänomen bestimmen, in Beziehung mit dem Tanz, der Musik, der Bildenden Kunst vertieft. Die professionelle Ausbildung entwickelt nicht nur eine interpretative Recherche, sondern sie vermittelt einen komplexen Blick auf das Inszenesetzen, Skriptarbeit, szenischen Rhythmus, Regiearbeit.
VOM HARLEKIN...: Praktische Studien der Halbmasken der Commedia dell'arte / Rhythmus und Spiel der Commedia dell'arte / Handlungen und Lazzi / Improvisationstechniken / die menschliche Komödie.
...ZUR KLEINSTEN MASKE DER WELT:
Die rote Nase / Die Regeln des clownesken Spiels /
Der Zirkusclown / Der Theaterclown / Die Suche nach dem komischen Körper / die Entdeckung des eigenen CLown.
DIE SPRACHE DER GESTE: VON DER PANTOMIME ZUM CARTOON / VOM SET INS THEATER: die Cartoon - Mime / Bildstreifen (illustrierte) Pantomime / die "Bande mimate" und die Illusion von Bewegung, Räumen, Objekten und Personnagen im Kino / Die onomatopoetischen Vertonungen / Die Animation von Objekten.
DAS GROTESKE THEATER: Die Buffonen - Wahnsinnige,Propheten, Kreaturen des Phantastischen und
des Mysteriums / Das Komisch-Groteske.
DIE VORBEREITUNG AUF EINE EIGENSTÄNDIGE KÜNSTLERISCHE TÄTIGKEIT: Fördermöglichkeiten, Pressearbeit, Theaternetze, Künstlersozialkasse, Vertrags- und Versicherungsfragen, Urheber- und Aufführungsrechte, Selbst-Management etc.
DIE SELBSTÄNDIGE ARBEIT AM ABSCHLUSSPROJEKT ("Solo"): Vom Konzept bis zum szenischen Abschluss. Die Studierenden des APT sind im Rahmen der Ausbildung aufgefordert, Autoren ihrer szenischen Kreationen zu werden. In der Arbeit an der Abschlussarbeit (allein oder mit PartnerIn)
mündet dies in der selbständigen Konzeption und Realisierung einer szenischen Arbeit mit dem Ziel,
eine eigene künstlerische und persönliche Unabhängigkeit zu erlangen.
